Zu ihrem 30-jährigen Bestehen hat die Stiftung Gesundheit Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Versorgung, Verbänden und Gesundheitswirtschaft nach den Herausforderungen der kommenden Jahre befragt. Genannt werden Finanzdruck, Digitalisierung und interprofessionelle Zusammenarbeit.
Die Stiftung Gesundheit hat zu ihrem 30-jährigen Jubiläum Stimmen aus Politik, Versorgung, Verbänden und Gesundheitswirtschaft zu den Herausforderungen der kommenden Jahre eingeholt. Nach Darstellung der Stiftung zeigen die Statements, dass das Gesundheitswesen vor tiefgreifenden Veränderungen steht und viele der Zukunftsaufgaben miteinander zusammenhängen.
Versorgung neu organisieren
Prof. Dr. Lutz Hager, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Managed Care (BMC), sieht das deutsche Gesundheitswesen „an einem Punkt, an dem wir die Versorgung grundlegend neu organisieren müssen“. Der finanzielle Druck zwinge zur Abkehr von eingefahrenen Wegen und eröffne die Chance, Versorgung an ihren Ergebnissen zu messen und diese Wertschöpfung zur Grundlage von Vergütung zu machen. Dafür brauche es vor allem Freiraum für Innovationen.
Stefan Schwartze, Patientenbeauftragter der Bundesregierung, hält einen umfassenden Strukturwandel für notwendig; einzelne Reformen reichten nicht aus. Diese müssten „sinnvoll ineinandergreifen, vorhandene Ressourcen klug einsetzen und die Chancen der Digitalisierung nutzen“. Maßstab müsse das Wohl der Patienten sein.
Digitalisierung und Datennutzung
Brenya Adjei, Geschäftsführerin der gematik, bezeichnet Digitalisierung als „unverzichtbaren Hebel für eine bessere Gesundheitsversorgung“; eine moderne Telematikinfrastruktur solle die Basis dafür schaffen. Matthias Meierhofer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Gesundheits-IT (bvitg), hält es für entscheidend, Informationen sektorenübergreifend verfügbar und zugleich verständlich zu machen und die Digitalisierung nachhaltig und vertrauenswürdig umzusetzen.
Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe
Ina Lucas aus dem Vorstand von ABDA, BAK und DAV verbindet digitale Innovation und menschliche Nähe; digitale Lösungen und Künstliche Intelligenz könnten Patientinnen und Patienten bei informierten Entscheidungen stärken. Manuela Pintarelli-Rauschenbach, Bundesvorsitzende des VPT – Verband für Physiotherapie, fordert, die Kompetenzen aller Gesundheitsberufe konsequent zu nutzen, Bürokratie abzubauen und die Patientensteuerung durch digitale Vernetzung zu erleichtern.
Dr. Romy Ermler, Präsidentin der Bundeszahnärztekammer, verweist auf die Balance zwischen Solidarität und Eigenverantwortung: Solidarität schütze vor Überforderung, Eigenverantwortung stärke Prävention, Gesundheitskompetenz und den bewussten Umgang mit Ressourcen. Christoph Dippe, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Gesundheit, kündigt an, die Datenkompetenz der Stiftung zu nutzen, „um valide Informationen bereitzustellen und neue Angebote zu entwickeln – eigenständig und gemeinsam mit Partnern“.
Sammlung der Beiträge bei der Stiftung Gesundheit: Alle Statements zur Zukunft des Gesundheitswesens
Über die Stiftung Gesundheit
Die Stiftung Gesundheit ist eine gemeinnützige rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Hamburg; Vorstandsvorsitzender ist Christoph Dippe. Kern ihrer Arbeit ist die Arzt-Auskunft, eine Plattform zu Ärzten, Kliniken, Therapeuten und Apotheken, die nach Angaben der Stiftung jährlich über 60 Millionen Menschen nutzen. Daneben veröffentlicht sie Analysen und Studien, zertifiziert Gesundheitsratgeber und -websites und verleiht jährlich einen Publizistik-Preis.

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